Gerüchteküche – für den Chef?

In meinem Seminaren begegnet mir immer wieder das Thema, wie eine Sekretärin oder Assistentin mit Informationen oder Meinungen des „Flurfunks“ umgehen sollte. Wem gilt die Loyalität? Ist die Assistentin das verlängerte Hörrohr des Chefs? Was sollte der Chef wissen und was bleibt bei der Sekretärin?

Meine Antwort ist klar und eindeutig – und ist eine Frage: Welche Vereinbarungen gibt es mit dem Vorgesetzten? Wurden Absprachen getroffen, was für ihn oder sie wichtig ist? Gab es ein Gespräch zwischen Assistentin und ChefIn zu diesem Thema? Oft höre ich dann, dass die Sekretärinnen jedes Mal neu abwägen, was sie weitergeben und was nicht. Deutlich wird auch, dass die Chefs auch beim „Weitergeben“ nicht gefragt werden, ob das in ihrem Sinne war.

Sicher lässt sich nicht alles bis ins Kleinste absprechen. Doch eine „Guideline“ entlastet. Also – ran an die Vorgesetzten und Klartext geredet! Vielleicht ist er an Informationen zu persönlichen Belastungen (gerade eingetretener Pflegefall, anstehende Scheidung, usw.) interessiert, damit er oder sie Leistungsschwankungen anders einschätzen kann. Vielleicht ist ihm oder ihr auch wichtig, wenn es Konflikte gibt, die sich auf das Team auswirken. Mit solchen groben Regeln wird die Entscheidung im Einzelfall einfacher.

Ein wichtiger Aspekt noch am Ende: So wie die Vorgesetzten oft gefilterte Informationen bekommen, wird es bei der Assistentin auch sein. Einiges, was „frau“ zugetragen bekommt, ist absichtlich platziert. Stellen Sie sich vor, dass ein Mitarbeiter vor seiner nächsten Gehaltsrunde oder dem Ende der Probezeit unverfänglich fallen lässt, dass er gerade tolle Angebote bekommt, oder dass er unzufrieden ist und über eine Kündigung nachdenkt. Das kann tatsächlich so sein – oder ein Poker-Trick, um eine gute Ausgangsbasis für das Gespräch mit dem Chef zu haben!

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