Arbeiten Sie für ein Alpha-Tier?

Assistenz lebt von Kooperation und dem Miteinander. Informationen müssen geteilt werden, die Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen ist wesentlich für die eigene Arbeit. Daher ist in Sekretariaten eher eine Wertehaltung des „Miteinander“ anzutreffen. Trifft diese Haltung auch auf alle Vorgesetzten zu? Wohl eher nein! Einige Vorgesetzte sind auf ihren Platz gekommen, weil sie sich als Alpha-Tier bewährt haben. Diese kämpfen allein, suchen ihren Vorteil zu nutzen und machen Unterschiede. Dabei sind ihnen (oder ihr?) die Unterschiede zu den Mitarbeitenden wichtig. Status und das Zeigen des eigenen Status ist wichtig, um die eigenen Position schnell zu verdeutlichen. Was macht das mit der Assistentin?

In meinem Seminaren oder Coachings stelle ich fest, dass die Spielregeln für Alpha-Tiere nicht bekannt sind. Das Verhalten der Vorgesetzten wird mit den eigenen Werten betrachtet – und damit entstehen Bewertungen auf einer falschen Grundlage. Assistentinnen beschweren sich über das unmögliche Verhalten ihrer Vorgesetzten und wollen diese zum „Guten“ erziehen. Wenn Sie für ein Alpha-Tier arbeiten, werden Sie keinen Erfolg mit dieser Erziehung haben. Hier eine kleine und unvollständige Liste, woran Sie ein Alpha-Tier erkennen könnten:

  • Das Sekretariat ist ein Statussymbol und daher „besetzt“ – auch am späten Nachmittag, wenn die eigentliche Arbeit der Assistentin beendet ist.
  • Telefonate werden verbunden und nicht selbst gewählt.
  • Untergebene müssen schon einmal warten, bis der Chef Zeit hat.
  • Statussymbole werden angeschafft, egal ob sie genutzt werden oder nicht.
  • Die Frage des Reisemittels oder des Hotels ist unter Statusaspekten zu betrachten – und keine Kostenfrage.
  • Besprechungen des Chefs beginnen eher unpünktlich – Warten lassen  ist eine Machtdemonstration.

Kommt Ihnen etwas davon bekannt vor? Wenn ja: Wie haben Sie diese „Macken“ bisher bewertet? Als unhöflich oder arrogant? Wenn Ihr Chef ein Alpha-Tier ist, dann sind das keine Macken, sondern dann ist sein Verhalten eine Demonstration seines Status.

Es wird Ihnen vielleicht nicht leicht fallen, doch beginnen Sie zu akzeptieren, dass Ihr Vorgesetzter nach anderen Spielregeln spielt als Sie selbst. Betrachten Sie sein Verhalten wirklich als „Spiel“. Schauen Sie zu, wie die „Betas“ mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin umgehen. Vergleichen Sie Vorgänger mit dem aktuellen Stelleninhaber. Wie unterschiedlich waren diese als Alpha? Oder auch wie ähnlich? Wie verhält sich der Chef Ihres Chefs? Ist hier das Alpha-Verhalten ähnlich oder unterschiedlich?

Diese Betrachtungen helfen Ihnen, aus dem „Abwerten“ herauszukommen. Wichtig ist, dass Sie Ihr Umfeld nach Ihren Spielregeln und damit Bedürfnissen gestalten können. Nur weil Ihr Vorgesetzter ein Alpha-Tier ist, müssen Sie keines sein.

Nächste Woche lesen Sie hier, was die Spielregeln für Alpha-Tiere sind – damit Sie sich entspannt zurück lehnen können und das Spiel verfolgen können.

Werbeanzeigen