Zwei für einen?!

Die Konstellation, dass zwei Assistentinnen für einen Vorgesetzten arbeiten findet sich entweder „weit“ oben in der Hierarche oder als Jobsharing bzw. Teilzeit-Modell im mittleren Management. Damit diese Zusammenarbeit gelingt, gibt es zwei gegensätzliche Ansätze:

  • Beide machen alles und sprechen sich ab, wer sich gerade um was kümmert.
  • Die Aufgabengebiete sind zwischen den Kolleginnen aufgeteilt.

Es gibt an dieser Stelle keine eine Lösung, die immer richtig ist. Zum einen spielt der Chef hinein. Wird sich dieser darauf einlassen, dass die Reiseorganisation A macht und die Besprechungsorganisation B? Wenn sich zwei einen Arbeitsplatz teilen, wird oft die Variante „beide alles“ bevorzugt.Wenn zwei in Vollzeit für einen Vorgesetzten arbeiten, findet sich das Modell der Aufgabengebiete. Es kann aber auch anders herum gut funktionieren. Auch das Verständnis der Assistentinnen und die Frage der Qualifikationen und der Berufserfahrung spielt hinein.

Was ist zu beachten?

  • Wenn zwei für einen Chef arbeiten ist es unabhängig vom gewählten Ansatz wichtig, dass Prozesse und Abläufe transparent sind. Checklisten (Papier oder elektronisch) sind dafür ein bewährtes Hilfsmittel. Dort kann die Kollegin nachlesen, ob die Abendeinladung in Paris bereits erledigt ist oder nicht – auch wenn der Vorgang von der Tischnachbarin bearbeitet wird.
  • Beide brauchen eine regelmäßige „Aussprache“ untereinander.
  • Zu klären ist auch, ob es eine Rücksprache zu dritt gibt oder jede ihre Dinge mit dem Vorgesetzten durch spricht.
  • Die Arbeitsstile der beiden Kolleginnen müssen nicht übereinstimmen – aber es braucht Respekt für den Arbeitsstil der Kollegin. Dort, wo für den Vorgesetzten Ergebnisse erstellt werden, gilt sowieso, was und wie er oder sie es haben will.
  • Ganz wichtig ist es, dass sich beide auf ein System für die laufenden Vorgänge einigen. So ist jede in den Vorgängen der anderen auskunftsfähig.

Das sind Fallen

  • Gerade bei der Jobsharing-Variante fehlt oft  die Absprachen- und Informationszeit untereinander. Aus meinen Beratungen kenne ich, dass dann privat telefoniert wird, um die Kollegin auf das Laufende zu bringen.
  • Manche Vorgesetzte sind auch nicht bereit, den Arbeitsplatz auf z. B. 110 oder 120 % aufzustocken – denn erst dann können beide Teilzeit-Assistentinnen auch gleichzeitig am Arbeitsplatz sein.
  • Teilweise ist auch das Büro zu klein, um zwei Schreibtische zu stellen. Für die Sekretariats-Rücksprache reicht auch das Büro mit dem einen Schreibtisch.
  • Eine andere Falle kann die eigene Hilfsbereitschaft sein. Wenn für einen Vorgang die Kollegin verantwortlich ist, sollte diese auch den Vorgang bearbeiten. Ein „Können Sie mal schnell für mich“ des Vorgesetzten erhöht den Kommunikationsaufwand der Kolleginnen. Gerade, wenn das Umfeld gerne auf den letzten Drücker arbeitet, ist die Verführung groß. Bleiben Sie standhaft! Für eine gute Zusammenarbeit mit der Kollegin und gute Prozesse sind zwei Köche schon zu viele für einen guten Brei.
  • Auch der Vorgesetzte kann eine „Falle“ sein. Je nach dem, wie das 2er-Team der  Assistentinnen entstanden ist, gibt es für manche Vorgesetzte eine „erste“ Sekretärin und eine „zweite“. Ansprechperson ist dann die „erste“ Sekretärin. Für die beiden Kolleginnen kann das eine Bewährungsprobe für das Miteinander sein. Manchmal sind es kleine Schritte, die den Chef verändern. Die „zweite“ kann versuchen, ihre eigenen Themen mit dem Chef zu klären. Die „erste“ holt die zweite zur Rücksprache mit dem Vorgesetzten mit dazu, wenn es um deren Themen geht. Hilfreich kann auch das Tauschen der Sitzplätze sein. Manchmal gibt es aber auch Unverbesserliche.
  • Wenn das Generationen-Thema mit hineinspielt, kann die jüngere Assistentin diese Stelle auch als Sprungbrett für ein eigenes Sekretariat als „erste“ betrachten – und nach einer guten Lernzeit wechseln.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihr Sekretariatsteam – und einen Vorgesetzten, der Sie Team sein lässt.

 

 

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