OneNote® – der HiddenChampion der Office-Familie

Wenn Sie in der Microsoft-Office-Welt unterwegs sind, Hand auf’s Herz: Arbeiten Sie mit OneNote®?

Mir begegnen viele Assistentinnen, die das Programm nicht kennen. OneNote® ist ein elektronisches Notizbuch, das von den unterschiedlichen Office-Programmen heraus gefüllt werden kann.

So können Sie z. B. für ein Aufgabe Word-Dokumente, Excel-Tabellen, Power-Präsentationen in einem Notizbuch verwalten. Sie können Links aus dem Intra- oder dem Internet einfügen oder auch Video- bzw. Audio-Dateien erstellen oder einfügen.

Wenn Sie mit Outlook® arbeiten, können Sie Besprechungs-Notizen aus Outlook® erstellen und legen damit ein Notizbuch für diese Besprechung an. Dort können dann Ideen für die Tagesordnung gesammelt werden. Wenn Sie die Datei frei geben (dafür benötigen Sie OneDrive®), können auch die Besprechungsteilnehmer darauf zugreifen und mitgestalten. Auf diesem Wege kann die Tagesordnung allen mitgeteilt , die Handouts zur Verfügung gestellt und das Protokoll veröffentlicht werden.

Ich betreue Chef-Assistenz-Teams, die ihre Rücksprache mit OneNote® organisieren. Beide füllen die offenen Punkte und können diese dann elektronisch oder im Gespräch bearbeiten.

Aufgaben, die in OneNote® als Outlook®-Aufgaben angelegt sind, erscheinen automatisch in Outlook® und können an beiden Orten als erledigt markiert werden – und „verschwinden“ dann auch an beiden Orten.

Kleinere Projekte können mit dieser Software organisiert und strukturiert werden – mit der entsprechenden Freigabe des Notizbuches in OneDrive® an die Teammitglieder im Projekt.

Wer auf einem Tablet mit Stift arbeitet, kann die Texterkennung nutzen – OneNote® wandelt Handschrift über eine integrierte OCR-Anwendung in Text um.

Ich finde, dass das für den Rang „HiddenChampion“ reicht. Wer mehr über das Programm wissen will, wird z. B. bei Youtube fündig, bei den Anbietern von Software-Tutorials oder Schulungsunterlagen ebenfalls.

Ich wünsche gute Ideen für kreative, effiziente oder einfach  nur entlastende elektronische Notizbücher!

Arbeiten für zwei Chefs – 2. Teil

In einem Seminar habe ich von einer Teilnehmerin folgende Geschichte gehört:

Sie arbeitete für zwei Chefs, beide Geschäftsführer. Mit beiden hatte sie eine mehr oder weniger tägliche Rücksprache – getrennt. Ihre Versuche, zu einer gemeinsamen Rücksprache (zu dritt) zu kommen, waren alle gescheitert. Ihr war das wichtig, um zu abgesprochenen Prioritäten beider Chefs zu kommen. An einigen Tagen delegierten beide Chefs so viel oder auch so kurzfristig, dass sie die Zusagen aus der ersten Rücksprache nach der zweiten nicht mehr einhalten konnte. Eines Tages hatte sie die „Faxen dicke“. Nach der zweiten Rücksprache öffnete sie beide Cheftüren (ihr Sekretariat lag zwischen den Chef-Zimmern). Sie rief in die Türen: „Es ist soweit. Sie haben beide so viel delegiert, dass ich die Termine nicht einhalten kann. Bitte stimmen Sie sich ab, was in welcher Reihenfolge von mir bearbeitet werden soll. In der Zwischenzeit arbeite ich an eigenen Aufgaben.“ Mit klopfendem Herzen nahm sie an ihrem Schreibtisch Platz. Nach kürzer Zeit rief sie einer der Chefs an und verschob seine Termine. Seit diesem Tag braucht sie nur noch die Türen zu öffnen und „Es ist wieder soweit.“ zu rufen. Dann stimmen sich beide telefonisch ab und der „Verlierer“ informiert sie über die veränderten Prioritäten.

Was ist an dieser Geschichte wichtig? Vorgesetzte sind nicht unbedingt zu Kooperation bereit! Die Argumente der Assistentin, die die Folgen spürt, können die Chefs nicht überzeugen. Erst als sie handelte, kam ihre Botschaft bei den Vorgesetzten an – und es gab eine Veränderung. Die gewünschte Lösung der Assistentin (Rücksprache zu dritt) wurde nie umgesetzt.

Oft wird in dieser Arbeitskonstellation eine unterschiedliche Menge an Arbeit an die Assistentin delegiert. Manche Zuarbeit für Vorgesetzten kommt kurzfristig. Schwierig wird es, wenn beide „auf den letzten Drücker“ delegieren – und für Absprachen nicht greifbar sind. Das können Sie tun:

  • Was können Sie an Mitarbeiter der  Vorgesetzten weitergeben?
  • Was kann ein Mitarbeiter vorbereiten oder zusammenstellen, damit sie nur noch den letzten Schritt tun?
  • Wo lösen Sie sich von Perfektion und produzieren Qualität? Nach Pareto sind nach 20 % unseres Zeiteinsatzes bereits 80 % des Ergebnisses fertig.
  • Gibt es eine Kollegin, die Sie in solchen Situationen unterstützen kann?
  • Haben Sie Ihre eigenen Aufgaben so im Griff, dass diese nicht auch noch auf den letzten Drücker fällig sind.
  • Setzen Sie selbst Prioritäten bei den Chef-Delegationen und legen selbst die Reihenfolge fest.
  • Sprechen Sie den Chef, der als zweites delegiert hat, an, dass dieser mit dem Kollegen die Prioritäten abstimmt. Wichtig ist dabei, dass nicht Sie selbst dieses Gespräch führen, sondern die beiden Vorgesetzten  untereinander.

Und wenn gar nichts hilft – dann krempeln Sie die Arme hoch und legen los. Regen Sie sich nicht auf, sondern fokussieren Sie sich auf das Tun.

Genial wäre es natürlich, wenn Sie zu einer Absprache mit beiden Vorgesetzten kämen. Oder wenn es ein für beide transparentes Tool zu Ihrer Auslastung gäbe. Doch – wie oben schon gelernt – sind Vorgesetzte nicht immer zu Kooperation bereit. Wenn Sie zu oft unter Druck und Stress ohne funktionierende Absprachen oder Transparenz Aufgaben für beide Chefs erledigen, dann handeln Sie wie die Kollegin am Anfang dieses Beitrags.

Nächste Woche lesen Sie, wie die Konstellation von zwei Assistentinnen, die für einen Chef arbeiten, gut gelingen kann.

 

Wie komme ich aus dem Büro?

Chefs scheinen abends sozial zu werden! Von etlichen Assistentinnen höre ich, dass sie am späten Nachmittag oder frühen Abend mit der Arbeit fertig sind, doch der Chef sie dann noch beschäftigt. Das sorgt manchmal für Unmut. Zumal der Bürotag für die Sekretärin häufig vor dem Chef beginnt und abends noch ein Familien- oder Haushaltsprogramm wartet – oder die willkommene Erholung des Feierabends gerne genossen werden will.

Was tun, wenn „frau“ selbstbestimmt nach ihrer Arbeit das Büro verlassen will? Hier zwei Best Practice-Ansätze, die Teilnehmerinnen in Seminaren berichtet haben:

  • Ein Assistentinnen-Team hat die beeinflussbaren Termine in den späten Nachmittag gelegt. Der Chef erwartete nämlich nicht, dass eine der beiden noch da ist, wenn er so gegen 18:00 / 19:00 Uhr aus der letzten Besprechung zurück kam.
    Das kann auch eine Assistentin ohne „Team“ nutzen!
  • Ein Team von zwei Vollzeit-Sekretärinnen hat für sich einen „Schicht-Dienst“ eingeführt. Eine blieb, bis der Vorgesetzte sie „entließ“, die andere konnte zu einer normalen Zeit gehen.

In meinen Seminaren oder Coachings stelle ich fest, dass die Art und Weise, wie die Mitarbeiterin geht, den Chefs oft die Gelegenheit gibt, um ein Bleiben zu bitten: „Kann ich jetzt gehen?“ oder „Ich wäre dann soweit. Haben Sie noch etwas für  mich?“ Das sind keine eindeutigen Aussagen für „Ich gehe jetzt.“ Besser sind Ansagen wie „Auf Wiedersehen, Herr Meier“ oder „Ich bin dann morgen um 08:00 Uhr wieder da.“ Oder auch „Für heute bin ich fertig. Ihrer Unterlagen zu XY liegen (dort). Ich gehe dann.“ Wenn Ihnen das zu bestimmt erscheint, probieren Sie es an einem Abend aus, wo sie wirklich nach Hause wollen. Dann ist oft auch die Körperhaltung stimmig zu „Ich gehe jetzt.“

Oft hat es für die Assistentin keine Konsequenz, ob sie eine Stunde früher oder später nach Hause geht. Hilfreich kann daher sein, sich an ein oder zwei Abenden in der Woche ein Programm  zu schaffen (Sport oder andere Kurse, eine Verabredung mit einer Freundin oder mit sich selbst). Das kann dann in der Rücksprache angekündigt werden: „Heute gehe ich um 17:30 Uhr, ich habe noch einen Termin.“ Dann gehen Sie allerdings auch.

Auf der anderen Seite gibt es auch Vorteile der gemeinsamen Arbeit am Abend. Oft ist der Chef entspannter als über den Tag. Es fließen mehr Informationen, Entscheidungen (auf die die Assistentin schon wartet) werden „endlich“ getroffen. Teilweise sitzt dann auch nicht nur der Chef im Büro, sondern auch ein „Mensch“. Er oder sie erzählt über den eigenen Alltag oder was gerade beschäftigt. Wägen Sie ab, wie viel davon für Sie wichtig und hilfreich ist – und bleiben von Zeit zu Zeit länger. Und entscheiden Sie bewusst, wann Ihre eigenen Bedürfnisse wichtiger sind. Viel Erfolg dabei!

Der Terminkalender des Chefs – was ist Aufgabe der Assistentin?

In meinem Coachings von Chef und Assistentin ist die Frage der Zuarbeit beim Terminkalender immer im Blick. Hier liegt sicher eine der großen Entlastungsmöglichkeiten für den Vorgesetzten. Hier ist aber auch oft vieles nicht besprochen und wird mit „es könnte für den Chef so passen“ entschieden.

Effizient ist es, wenn nur eine Person im Terminkalender agiert. Das passt jedoch nicht immer zu den Zeitstrukturen von Chef und Assistentin. Wenn beide im Terminkalender „fuhrwerken“, braucht es klare Absprachen. Wann nimmt die Chefin Termine an, wann oder welche die Assistenz? Geklärt sein sollte:

  • Wann beginnt der Chef-Tag vorzugsweise? Wann soll er enden?
  • Wie startet der Chef in den Tag? Z. B. mit einer Schreibtischzeit? Mit einer Absprache mit der Sekretärin?
  • Wie endet der Chef-Tag? Mit der letzten Sitzung? Mit einer letzten Zeit am Schreibtisch?
  • Wie viel Übergangszeit zwischen Besprechungen soll es geben?
  • Wie viel Besprechungen maximal am Tag sollen es sein?
  • Wie viel Schreibtischzeit am Tag oder pro Woche sind nötig?
  • Soll es Puffer für kurzfristige Termine geben?
  •  Was ist an Vor- oder Nachbereitungszeit für strategische Meetings einzuplanen?
  • Welche Absprachen gibt es für den Jetlag nach Reisen in andere Zeitzonen?
  • Wie sieht es mit privaten Terminen aus? Welche soll die Assistenz kennen?
  • Hat die Assistentin die Aufgabe, private Termine (z. B. Hochzeitstag, Geburtstag der Kinder, etc.) bei der Planung von Reisen oder Meetings zu berücksichtigen?

Sind Sie erschrocken, was alles geklärt werden könnte? Prüfen Sie, welche Fragen bei Ihnen anstehen. Und lösen Sie sich von  „Dogmen“. Wenn der Vorgesetzte gegen 08:00 Uhr im Büro sein möchte und ab 08:30 Uhr die erste Besprechung sein soll, ist das eine Richtlinie. Es wird sicher Tage geben, wo diese Richtlinie keinen Platz in der Realität hat.

Wenn Sie als Chef diese Fragen lesen: Welche Fragen sind für Sie relevant? Und worüber haben Sie mit Ihrer Sekretärin schon gesprochen – damit die Kristallkugel nicht so oft zum Einsatz kommt?

Wenn Sie als Assistenz diese Fragen lesen: Welche Fragen sind für Ihre Terminplanung interessant? Und wo haben Sie konkrete Absprachen mit Ihrer Chefin?

Ich wünsche viel Erfolg bei dieser Art der Chefentlastung!

Gerüchteküche – für den Chef?

In meinem Seminaren begegnet mir immer wieder das Thema, wie eine Sekretärin oder Assistentin mit Informationen oder Meinungen des „Flurfunks“ umgehen sollte. Wem gilt die Loyalität? Ist die Assistentin das verlängerte Hörrohr des Chefs? Was sollte der Chef wissen und was bleibt bei der Sekretärin?

Meine Antwort ist klar und eindeutig – und ist eine Frage: Welche Vereinbarungen gibt es mit dem Vorgesetzten? Wurden Absprachen getroffen, was für ihn oder sie wichtig ist? Gab es ein Gespräch zwischen Assistentin und ChefIn zu diesem Thema? Oft höre ich dann, dass die Sekretärinnen jedes Mal neu abwägen, was sie weitergeben und was nicht. Deutlich wird auch, dass die Chefs auch beim „Weitergeben“ nicht gefragt werden, ob das in ihrem Sinne war.

Sicher lässt sich nicht alles bis ins Kleinste absprechen. Doch eine „Guideline“ entlastet. Also – ran an die Vorgesetzten und Klartext geredet! Vielleicht ist er an Informationen zu persönlichen Belastungen (gerade eingetretener Pflegefall, anstehende Scheidung, usw.) interessiert, damit er oder sie Leistungsschwankungen anders einschätzen kann. Vielleicht ist ihm oder ihr auch wichtig, wenn es Konflikte gibt, die sich auf das Team auswirken. Mit solchen groben Regeln wird die Entscheidung im Einzelfall einfacher.

Ein wichtiger Aspekt noch am Ende: So wie die Vorgesetzten oft gefilterte Informationen bekommen, wird es bei der Assistentin auch sein. Einiges, was „frau“ zugetragen bekommt, ist absichtlich platziert. Stellen Sie sich vor, dass ein Mitarbeiter vor seiner nächsten Gehaltsrunde oder dem Ende der Probezeit unverfänglich fallen lässt, dass er gerade tolle Angebote bekommt, oder dass er unzufrieden ist und über eine Kündigung nachdenkt. Das kann tatsächlich so sein – oder ein Poker-Trick, um eine gute Ausgangsbasis für das Gespräch mit dem Chef zu haben!

Was sollte zwischen Chef und Assistenz geklärt sein?

Das Hiddenteam vernachlässigt sich teilweise selbst. So viel mit dem Umfeld an Absprachen, Regeln und Vereinbarungen getroffen werden, so wenig ist zwischen Chef und Assistenz wirklich geklärt. Die Zeit für Rücksprachen ist häufig kurz und muss dann für das „Tagesgeschäft“ genutzt werden. Seminare oder Coachings, die gemeinsam genutzt werden, stehen nicht im Fokus. Und so kommen die Absprachen zu kurz und im Alltag überlegt sich die Assistentin mehrfach und immer wieder, wie der Chef / die Chefin was haben möchte. Wer eine kleine Checkliste sucht, wird bei diesem Newsletter fündig:

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Gute Erkenntnisse und vor allem Zeit, um diese auch zu Absprachen werden zu lassen.