Ist meine Kollegin meine Freundin?

Ich coache Teams von Chefs und Assistentinnen. Manche Coachings sind eher Coachings der Assistentinnen. Diese vertreten sich gegenseitig oder arbeiten gemeinsam für einen Chef.
Wie sehr muss „frau“ sich mögen, damit die Zusammenarbeit klappt? Die Antwort scheint nicht einfach zu sein. Auf der einen Seite finde ich Konstellationen vor, wo beide fast Freundinnen sind. Auf dieser Beziehungsgrundlage scheint die Zusammenarbeit gut zu klappen – so lange die Freundschaft da ist. Auf der anderen Seite begegnen mir Konstellationen, wo sich beide nicht „grün“ sind. Und dann wird Zusammenarbeit zum Problem.
Die eine kann der anderen nichts recht machen. Die andere findet Fehler bei der einen. Es wird mit unterschiedlichen Werkzeugen gearbeitet. Jeder hat ihren Faible für ein bestimmtes Tool. Manchmal entbrennen Diskusissonen um „richtig“ und „falsch“. Und dann wird der Coach gerufen!
Ein Patentrezpet gibt es nicht. Ich arbeite dann mit beiden heraus, auf welchen Feldern tatsächlich gemeinsam gearbeitet werden muss. Können die Zuständigkeiten so verändert werden, dass die Schnittmenge kleiner wird? Kann sich jede in der Vertretungssituation (und nur dann) auf die Arbeitsweise der anderen einlassen?
Schon die Erlaubnis, dass frau sich nicht mögen muss, kann entlastend sein. Auch die Aussicht, dass Unterschiede bleiben dürfen, helfen für eine andere Zusammenarbeit.
Damit es gar nicht erst zum Coaching-Anlass kommt, hilft Prävention. Klären Sie mit der Kollegin oder Vertretung frühzeitig, was sie unterscheidet. Legen Sie fest, was wem an „einzigartig“ wichtig ist. Was will keine von Ihnen beiden aufgeben? Vereinbaren Sie dann, wo es eine Zusammenarbeit geben muss. Manchmal hilft ein „wir wechseln uns ab, wer bestimmen darf“.
Ich wünsche viel Erfolg in der Zusammenarbeit mit der Kollegin!

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